Statement zum Schulprojekt Schleife

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Statement zum Schulprojekt Schleife

Unter der Trägerschaft der SJ – Die Falken Landesverband Berlin fand Mitte März 2026 in einer neunten Klasse im sächsischen Schleife ein Workshop zum Thema Mut statt. Das Angebot war eine theaterpädagogische Projektewoche, in der eine 9. Klasse gemeinsam eine Woche lang theaterpädagogisch zum Thema Mut, Mutlosigkeit und mutig sein arbeiten sollten.

Als Einstieg in das Thema sollte ein gemeinsames Kollagenbild zum Workshop-Thema erstellt werden. Dabei sollte von den SchülerInnen zum Thema 'Mut' und 'mutig sein' assoziiert werden und die Assoziationen in einer Kollage in einem großen Wandposter festgehalten werden. Für die Methode wurden den SchülerInnen verschiedene Bildmaterialien wie Zeitschriften und Hefte stapelweise zur Verfügung gestellt und auf dem Boden verteilt. Unter diesen Materialien entdeckten einige SchülerInnen eine Zeitschrift mit sexualisierten Inhalten und fotografierten Bilder von angedeuteten sexuellen Darstellungen und nackten Personen aus dieser ab.

Die AnleiterInnen hatten einige der Bastelmaterialien, darunter auch viele Zeitschriften, gespendet bekommen. Ihnen war trotz Sichtung der Materialien nicht bewusst, dass sich darunter eine Zeitschrift mit unangemessenen Inhalten befand. Als die AnleiterInnen die problematischen Inhalte der Zeitschrift erkannten, nahmen sie die Zeitschrift umgehend an sich. Außerdem erklärten sie den SchülerInnen, dass das Material nicht zum Workshop und nicht in die Hände der TeilnehmerInnen gehöre. Das Basteln der Kollage wurde fortgesetzt und der Projekttag gemeinsam mit einer Feedbackrunde der SchülerInnen abgeschlossen.

Beide AnleiterInnen haben im direkten Nachgang an den Projekttag Gespräche mit der Schulleitung geführt und eine gemeinsame Aufarbeitung mit SchülerInnen und Eltern mehrfach angeboten. Unseres Wissens nach hat sich die Schule umfassend und verantwortungsbewusst für die Aufarbeitung dieses Vorfalls eingesetzt.

Dass das Material in die Zeitschriftenstapel für die Kollagenmethode gelangt ist, war ein Fehler. Das Material hätte vorab besser gesichtet werden müssen. Das entspricht nicht unseren pädagogischen Standards.

Den Vorfall nehmen wir sehr ernst. Wir bedauern sehr, dass dieses Material im Rahmen des Projektes in die Hände von SchülerInnen gelangen konnte. Die Zeitschrift war in keiner Weise bewusst als pädagogisches Material vorgesehen. Die Falken Berlin arbeiten auch in anderen pädagogischen Formaten in keinem Fall mit einem solchen Material.

Als Falken Berlin stehen wir für Kinder- und Jugendschutz und verantwortliches pädagogisches Handeln. Dieses Ziel steht im Zentrum unserer Arbeit und wird durch kontinuierlich weiterentwickelte Schutzkonzepte sowie die enge Begleitung unserer haupt- und ehrenamtlich Engagierten sichergestellt.

Angesichts wiederholter Falschdarstellungen und Verzerrungen in einzelnen Medien sehen wir uns aber dazu veranlasst, diesen entgegenzutreten. Insbesondere weisen wir folgende Behauptungen ausdrücklich zurück: Es ist unzutreffend, dass sich Jugendliche ausschließlich mit Pronomen vorstellen mussten oder ihre Vornamen abgewertet wurden. Ebenfalls falsch ist, dass die Anleiter*innen abwertende Aussagen wie „Nazi-Sachsen“ getätigt haben oder politische Statements verbreitet hätten. Es wurden auch keine Teilnehmenden ausgelacht oder angefeindet. Ebenso falsch ist die Darstellung, dass im Workshop andere Inhalte behandelt wurden als im Vorfeld angekündigt. Der Workshop war kein Angebot der sexuellen Bildung oder Sexualpädagogik.
Die Verbreitung solcher Falschbehauptungen sehen wir als Teil einer Hetzkampagne, die einer demokratischen Zivilgesellschaft und Angeboten von freien Trägern an Schulen nachhaltigen Schaden zufügen soll.

Wir stehen für eine offene, demokratische und respektvolle Gesellschaft und setzen uns tagtäglich dafür ein, sichere Räume für junge Menschen zu schaffen und zu erhalten.

Wir bedauern sehr, dass bei der Sichtung des Materials dieser Fehler unterlaufen ist und unangebrachtes Material in die Hände von SchülerInnen gelangen konnte und diese belastet hat. Dafür entschuldigen wir uns bei den SchülerInnen der betreffenden Klasse.